
Was andere Länder bei der
Altersvorsorge anders – und vielleicht
sogar besser – machen
Wie lässt sich die Altersvorsorge zukunftsfest gestalten? Ein Blick über die Grenzen zeigt: Andere europäische Länder setzen teilweise auf ganz unterschiedliche Modelle und Lösungsansätze. Einige davon könnten auch für die Reformdebatte in Deutschland interessante Impulse liefern.
Rentner im Vergleich
Anteil der als arm geltenden Personen
über 65 Jahre*

Altenquotient:
Zahl der Personen im Alter von 65 Jahren und älter je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64

Prognostizierte verbleibende Lebenserwartung
von Männern nach 65 Jahren:

* gemessen als Anteil von Personen über 65 Jahren, die über weniger als die Hälfte des mittleren Einkommens verfügen
Quelle: OECD; teilweise nur Angaben für Männer verfügbar


Schweden: Vorsorge mit Aktienanteil
In Schweden ergänzt eine kapitalgedeckte Komponente die staatliche Rente. Ein Teil der Beiträge wird dabei am Kapitalmarkt angelegt. Die Versicherten können innerhalb eines staatlich organisierten Systems selbst Einfluss darauf nehmen, wie ihr Geld investiert wird. Das Modell verbindet damit die gesetzliche Altersvorsorge mit den Chancen langfristiger Kapitalanlage.

Dänemark: Frühzeitig und breit vorsorgen
Dänemark setzt neben der staatlichen Rente stark auf kapitalgedeckte betriebliche und private Vorsorge. Betriebsrenten sind weit verbreitet und werden häufig über tarifliche Vereinbarungen organisiert. So entsteht über das gesamte Erwerbsleben hinweg ein zusätzlicher Kapitalstock für das Alter.

Finnland: Flexibler in den Ruhestand
Finnland setzt auf ein Rentensystem, das stärker an die individuelle Lebenssituation angepasst werden kann. Der Übergang in den Ruhestand ist flexibler gestaltet und berücksichtigt unter anderem die steigende Lebenserwartung. Wer länger arbeitet, kann dadurch seine spätere Rente verbessern.

Österreich: Eine starke
gesetzliche Säule
In Österreich spielt die gesetzliche Rentenversicherung traditionell eine besonders große Rolle. Sie bietet im europäischen Vergleich ein vergleichsweise hohes Sicherungsniveau. Gleichzeitig steht auch Österreich angesichts des demografischen Wandels vor der Herausforderung, die langfristige Finanzierbarkeit des Systems zu sichern.

Schweiz: Drei Säulen für die Altersvorsorge
Die Schweizer Altersvorsorge basiert auf einem Drei-Säulen-Modell: der staatlichen Vorsorge, der beruflichen Vorsorge und der privaten Vorsorge. Die Kombination verschiedener Bausteine soll dazu beitragen, das Einkommen im Alter breiter abzusichern und die Abhängigkeit von einer einzigen Säule zu reduzieren.

Niederlande: Entpolitisierung mit automatischen Anpassungen
Die Niederlande kombinieren eine staatliche Grundrente mit einer nahezu verpflichtenden betrieblichen und einer privaten Altersvorsorge. Das Renteneintrittsalter wird automatisch an die Lebenserwartung angepasst. Bei Reformen arbeiten Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften eng zusammen.

Was Deutschland daraus lernen kann!
Die Beispiele zeigen: Den einen Königsweg für eine zukunftsfeste Altersvorsorge gibt es nicht. Viele Länder setzen jedoch auf eine Kombination aus staatlicher Absicherung und kapitalgedeckter Vorsorge. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel kann eine breitere Aufstellung der Altersvorsorge dazu beitragen, die finanzielle Sicherheit im Alter langfristig zu stärken.